Von dem Stadtstrand von Orasje entfernte sich das Floss mit einem Dreiergespann Schwimmerinnen, die es zogen. Unter der Grenzbruecke hindurch ging es eine tiefe und breite Sava entlang. Nicht viel Besiedlung entlang der Ufer war sichtbar. Wir tuckerten mit Motor wie man einen Rasenmaeher ueber ein sehr endloses Grundstueck schiebt, langgestreckte Kurven. Irgendwann abends winkte uns rechterhand ein einladendes Waldhaeuschen, doch wir konnten uns nicht schnell genug entschliessen. So ging es immer weiter, doch das angestrebte Vucilovac wollte einfach nicht auftauchen. Irgendwann wurde es dunkel und wir entschieden uns, das erste mal im Fluss zu ankern. Es erwies sich als einfacher als wir dachten und wir verbrachten eine schoene ruhige Nacht unter den Sternen, bis wir frueh von einer Motorsaege geweckt wurden, niemals ohne Zivilisation.
Wir trieben weiter und erreichten einige lange Kurven spaeter Brcko, wo ein anderes Hausfloss auf uns zusteuerte. Es handelte sich um einen Freund von Vlado, unseres Helfers aus Banja Luka. Wir vertauten die Floesse aneinander und sprachen ueber Brcko und wurden zu Kaffee und Bier eingeladen. Brcko ist schoen gelegen, eine alte muslimische Stadt mit serbischen, kroatischen, muslimischen und vermutlich auch ethnienlosen Bewohnern, die nach dem Krieg wegen ihrer strategisch wichtigen Lage und ihrer Geschichte als Stadt mit Bewohnern vielerlei Herkunft einen besonderen Status zugesprochen bekam.